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Das
ist gar nicht so einfach: Abgesehen vom "Bau" eines
Winterquartiers und einer Eingewöhnungszeit an sein neues
Domizil gibt es viel zu beachten. Allem voran ist die richtige
Ernährung wichtig, aber auch Punkte wie Raumtemperatur, Geräuschkulisse,
und genügend Auslauf gilt es zu beachten.
330
Gramm und Husten
Unser Mecki "startete" mit 330 Gramm und nahm dann auch
gut an Gewicht zu, hatte allerdings einen ziemlichen Husten (wobei
nicht jedes Husten auch ein solches ist, sondern manchmal auch
nur Kommunikation!). In diesem Fall aber ließen wir den
Igel gegen Lungenwürmer behandeln - und das Husten wurde
enorm weniger. Dummerweise hat sich Mecki auch noch eine Art Darminfektion
eingefangen. Sein Kot war unansehnlich grün und gelb geworden,
und er fraß nichts mehr. Was wir auch anstellten - es hatte
keinen Erfolg, und unser Igel verlor etwa 100 Gramm, was fast
einem Fünftel seines Gewichtes ausmachte.
Bei
der Igelhilfe, die uns auch schon in Sachen "Husten",
Ernährung und Raumtemperatur wertvolle Tipps gegeben hat,
schilderten wir die Situation und fragten nach Rat. Mit einem
Rezept pflichtigen Medikament haben wir anscheinend die Darmerkrankung
in den Griff bekommen, und der Appetit stellte sich zum Glück
wieder ein.
Winterschlaf
Ende November hat sich Mecki knapp 600 Gramm angefuttert, so dass
wir ihn Anfang Dezember aus dem Gäste-WC nach draußen
auf die Terrasse umquartiert haben. Er konnte dann sein bisheriges
Papp-Häuschen gegen ein aus Holz gebautes tauschen. Mittlerweile
ist es frostig draußen geworden und er hält sich viel
in seinem Haus auf; nur zum Futtern kommt er noch raus - wahrscheinlich
ist es ihm zu kalt geworden. Doch bislang will er nicht so richtig
in den Winterschlaf fallen: Mal sehen wir ihn zwei oder drei Tage
nicht, dann frisst er ein paar Häppchen und verzieht sich
wieder in sein Häuschen. Wir sind gespannt, wann er eine
längere Ruhepause einlegt.
Ende Januar / Anfang Februar 2004 schläft unser Mecki für
längere Zeit. Zunächst hatten wir geglaubt, dass er
gelegentlich mal aufwacht und futtert, denn das für Notfälle
bereit gestellte Futter war von Zeit zu Zeit alle. Erst als Schnee
gefallen war und wir Katzenspuren zu Meckis Futterstelle und wieder
zurück sehen konnten, war klar, dass es sich um einen "Kostgänger"
handelte. So haben wir die Futterstelle dann auch mit einem Papp-Dach
versehen und zur Sicherheit auch den Fressnapf mit einer umgedrehten
Untertasse abgedeckt - den sollen Katzen wohl nicht abheben können.
Wie
lange schläft der denn?
Der
Winter mit fürs Ruhrgebiet ungewöhnlich viel Schnee
blieb bis Mitte März, dann stiegen die Temperaturen sehr
schnell an und wir warteten auf ein "Lebenszeichen"
von unserem Mecki. Nach einigen warmen Tagen bis 20°C haben
wir dann die Igelhilfe angerufen und waren beruhigt: Auch dort
schliefen noch die Hälfte aller Igel. Zur Sicherheit haben
wir ganz vorsichtig das Dach des Schlafhauses abgehoben und die
vielen Zeitungsschnipsel entfernt, bis wir einige Stacheln sehen
konnten. Als ich mit dem Finger leicht darüber strich, bewegten
sie sich - Mecki lebt also noch.
Am dritten Aprilwochenende war es dann endlich soweit: mit Rascheln,
Kratzgeräuschen und "Husten" kündigte Mecki
an, dass er jetzt wach ist. Großen Hunger hatte er zunächst
nicht, aber riesigen Durst! Anscheinend ist er ganz gut durch
den Winter gekommen, denn rein optisch ist er nicht so dünn
geworden wie wir befürchtet hatten. Die Waage diagnostizierte
immerhin etwas mehr als 600 Gramm - scheinbar hat unser Stacheltier
keine Kräfte zehrenden Aufwachphasen gehabt, sondern gut
durchgeschlafen.
In
die Freiheit...
Nach
genau zwei Wochen, Anfang Mai, kam unser Igel nochmal auf die
Waage: 770 Gramm erschienen und ausreichend, um ihn nun in die
Freiheit zu entlassen. Am frühen Abend stellten wir sein
Schlafhaus in unserer Nachbarschaft unter die schützenden
Äste einer Hecke, den Ausgang zur Wiese hin gerichtet. Natürlich
haben wir auch das Papp-Häuschen, in dem immer sein Futter
stand, mit rausgestellt. Es war schon dunkel, als Mecki herauskam,
sich vermutlich wunderte und langsam aber zielstrebig Richtung
Hecke marschierte. Das hatten wir nicht erwartet! Wir hatten damit
gerechnet, dass er auf der Wiese umherläuft und sein neues
Territorium nach Essbarem absucht. Aber er verschwand einfach,
ohne sich nochmal umzudrehen, im Gebüsch und war weg!
Als am nächsten Morgen das Futter nicht angerührt war,
waren wir nicht mehr ganz sicher, ob es Mecki in der Freiheit
gut geht. Natürlich ist der Igel ein wild lebendes Tier und
unsere Verantwortung für ihn endet jetzt, aber dieser abrupte
Schluss ließ uns doch etwas zweifeln, ob er sich sofort
in der Natur zurecht findet. Die nächsten Tage war Mecki
verschwunden: er schlief nicht in seinem Häuschen, das Futter
blieb unangerührt, und gesehen haben wir ihn auch nicht.
Das war's dann wohl - dachten wir. Doch nach sechs Tagen war das
Stacheltier wieder da! Hatte das Futter verputzt und sich ins
Häuschen zum Schlafen zurückgezogen. Vermutlich musste
er erstmal seine Freiheit genießen und die Gegend erkunden,
und als ihm nach ein paar Tagen einfiel, dass er ja auch was futtern
muss, hat er sich wohl an seine "Pension" erinnert.
Die nutzt er noch ein paar Tage, dann zog er endgültig los.
Wir wünschen alles Gute, Mecki!
Ein
Wort zum Verein "Igelhilfe Berlin e.V."
Wer ein Problem mit seinem Igel hat oder auch nur einfach Ratschläge
und Tipps benötigt, findet bei der Igelhilfe in Berlin Experten,
die wirklich helfen können; sie beschäftigen sich seit
Jahren mit diesen Tieren. Mein persönlicher Eindruck ist,
dass die Fachkompetenz der Igelhilfe in der Regel die Konsultation
eines Tierarztes in vielen Fällen entbehrlich macht; ich
würde in jedem Fall immer zuerst in Berlin um Rat fragen.
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