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Liköre
Die
einfachste Art, Likör selbst herzustellen, ist ein so genannter
"Aufgesetzter". Simpel ausgedrückt, gibt man Früchte
in eine Flasche, die entsprechende Menge Kandis drauf, und übergießt
alles mit Kirschwasser, Himbeergeist oder Doppelkorn.
Nach meiner Erfahrung haben solche Aufgesetzte oft einen Nachteil:
Sie schmecken zu wenig nach der Frucht und zuviel nach dem Geschmacksträger
des verwendeten Alkohols, also Kirschwasser etc. Hier lohnt es
sich, einmal ein wenig mit Weingeist zu experimentieren, denn
der ist geschmacklich neutral. Weingeist bekommt man in kleinen
Mengen in Apotheken (dort heisst er "Ethanol") und auch
nur, wenn man versichert, dass er für rein medizinische Zwecke
genutzt werden soll. Er ist recht teuer, was daran liegt, dass
Weingeist hochprozentig ist (90 bzw. 96 Vol.%) und deswegen die
Branntweinsteuer ziemlich zulangt.
Auch
bei Likören kann ich Sauerkirsche emfpehlen, aber auch reife
Erdbeeren, Himbeeren oder schwarze Johannisbeeren machen sich
gut. Die Zubereitung ist relativ einfach und bei den genannten
Früchten gleich. Man kann aber auch andere Früchte versuchen
und muss halt ein bisschen ausprobieren.
Für
den Sauerkirschlikör habe ich genommen:
- 400
g reife Schattenmorellen (entsteinen und anschließend
zerstampfen). In ein Gefäß mit großer Öffnung
(z.B. Einweckglas) geben.
- mit
100 ml Weingeist 90% aufgefüllt, so dass die Kirschmasse
bedeckt ist. Deckel drauf (sonst verfliegt der Alkohol)!
- Nach
drei bis vier Tagen alles in ein großes sauberes Tuch
schütten und kräftig abpressen, dass möglichst
viel Saft herausläuft und nur noch trockene Pressrückstände
im Tuch verbleiben. Presssaft: rund 400 ml.
- 200
g Zucker im Saft kalt lösen (gut verrühren)
- nochmals
100 ml Weingeist hinzufügen und Gefäß wieder
verschließen.
Das
Ganze sollte sechs bis acht Wochen ruhen. Evtl. Trubstoffe können
dann gefiltert werden und der Likör in eine Flasche abgefüllt
werden. Der Likör hat einen kräftigen Eigengeschmack
und hat ein Verhältnis von etwa 2:1:1 Saft zu Zucker zu Alkohol,
was einem Alkoholgehalt von grob geschätzt 25 - 30 vol.%
entsprechen sollte. Aber wie gesagt: Durch Ausprobieren können
andere Variationen nach persönlichem Geschmack gefunden werden!
Wer's
nicht so süß mag, für den ist der Würzige
Quittenlikör vielleicht das Richtige. Rezept auf Anfrage.
Alle
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