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Obstwein & Likör: Weinzubereitung
 

   
 
     
 

Hier also das Rezept für den Kirschwein, den ich 1994 gemacht habe:

  • 10,5 kg Sauerkirschen, entsteint, anschließend mit einem Kartoffelstampfer zerquetscht bzw. mit Pürierstab zerkleinert
  • 5 l Wasser (nach Rezept hätten es eigentlich nur 4,2 l sein sollen, wegen des dickflüssigen Saft-Frucht-Gemisches habe ich mich aber für eine etwas größere Menge Wasser entschieden)
  • 4,2 kg Zucker
  • 1 Fläschchen Reinzuchthefe, Rasse: Portwein (1 Fläschchen reicht immer aus, ob man 10 Liter oder 25 Liter ansetzt)
  • 6 Tabletten Hefenährsalz zerstampft

Dies alles habe ich in einen 25-Liter-Gärballon aus Glas gefüllt und mit Gäraufsatz verschlossen (Das Foto rechts zeigt allerdings nicht den Kirsch-, sondern den Ananasweinansatz).
Bereits nach zwei Tagen setzte die Gärung ein, wurde wenig später recht stürmich (es blubberte unaufhaltsam im Gäraufsatz) und beruhigte sich dann nach zwei bis drei Wochen wieder.
Nach ungefähr sechs Wochen habe ich den Inhalt komplett durch ein Sieb geschüttet, um das Fruchtfleisch herauszufiltern.
Danach war wieder eine leichte Zunahme der Gärung festzustellen, sie beruhigte sich aber auch schnell wieder. Dafür war nun ein deutlicher Bodensatz zu erkennen. Nach 14 Tagen erfolgte der nächste Abzug: Mit einem Schlauch wurde die Flüssigkeit bis an die Grenze zum Bodensatz abgezogen und umgefüllt, der Bodensatz wurde weggeschüttet, der Gärballon gereinigt und die Flüssigkeit (etwa 9 l) wieder zurück in den Ballon gefüllt. Wer will, kann bei dieser Gelegenheit auch schon durch ein großes sauberes Tuch filtern, um noch mehr feste Stoffe heraus zu filtern.
Nach nochmals 14 Tagen war keine Gäraktivität mehr feststellbar, und die Flüssigkeit wurde erneut abgezogen und durch ein Tuch gefiltert. Auch hier wurde der Bodensatz weggeschüttet, die Flüssigkeit (jetzt noch ca. 8,5 l) zurück in den Ballon gefüllt und wieder mittels Gäraufsatz verschlossen.
Weitere zwei Monate habe ich den Wein in Ruhe gelassen. Zu meiner Freude setzen sich die Schwebestoffe nochmals auf dem Boden ab, und er wurde ohne Zugabe von Klärungs- oder so genannten Schönungsmitteln von alleine klar. Zum Schluss waren es 7,5 Liter, die ich auf Flaschen abgefüllt habe.
Als Flaschen kann man handelsübliche Weinflaschen nehmen. Schön sind natürlich weiße Flaschen, weil darin die Farbe des Obstweines besser zur Geltung kommt. Mit dem Verkorken hat man so seine Schwierigkeiten, weil der Korken ja dicht sitzen soll und deswegen natürlich größer ist als die Flaschenöffnung. Man kann im Zubehör neue Korken kaufen, zur Not tun es aber auch gebrauchte. Wer sich mit dem Gedanken trägt, regelmäßig Obstwein herzustellen, für den lohnt sich die Anschaffung einer Korkmaschine.

Fehlt nur noch das Etikett, denn wer so viel Arbeit in "seinen" Wein investiert, sollte auf der Flasche auch was fürs Auge bieten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, man kann etwas malen, am PC Etiketten entwerfen oder Aufkleber verwenden, wie sie für selbst gekochte Marmelade zu kaufen gibt. Mein Tipp: Weniger ist mehr. Nicht zu bunt, nicht zu voll. Einige meiner Etiketten sind hier abgebildet. Aber wie gesagt: über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Zum Schluss noch meine Beurteilung des Kirschweins: Er hat einen relativ trockenen, fast schweren Geschmack, aber die Kirschen sind noch gut wahrnehmbar. Über den Alkoholgehalt kann ich nichts sagen, da mir die Geräte zur Feststellung fehlen. Mehr als ein Gläschen sollte man sich von diesem Tropfen aber ohnehin nicht gönnen, denn zum "Kippen" ist selbst gemachter Obstwein immer zu schade.

Wer näheres über meine Erfahrungen mit den anderen Rezepten wissen möchte, kann mir gerne eine E-Mail schreiben!

Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen; Haftung und Gewähr ausgeschlossen!

   
29.09.2008